Header image

Bolivienhilfe der kath. Kirchengemeinde Liebfrauen

„Aktion 33 − Hilfe für Bolivien” e.V.

line decor
line decor

 
 
 

 
 

2016 30 Jahre „Aktion 33“

Vor 30 Jahren: Konfrontiert mit der harten sozialen Realität, mit der unbeschreiblichen Armut, mit dem Phänomen der Ausbeutung durch Handel und Großgrundbesitz versuchte man Lösungen zu finden, die möglichst schnell den Betroffenen Hilfe bringen sollten. Hilfe war notwendig in allen Bereichen. In keiner Gemeinde gab es Zugang zu sauberem Trinkwasser. Es gab keine Basisgesundheitsdienste. Von einem funktionierenden Schulsystem zu sprechen, war Übertreibung.

Ehe Hans Vössing 1970 als Pfarrer nach Liebfrauen kam, wirkte er von 1962 bis 1970 in Monteagudo, Erzdiözese Sucre. Er gehörte zur ersten Gruppe von Priestern (Pfarrer Heinz Schmitt und die Kapläne Leo Schwarz und Hans Vössing), die im Rahmen der Trierer Hilfe auf die Bitte von Kardinal Maurer nach Bolivien kam. Während seiner Tätigkeit in Püttlingen schärfte er der Gemeinde den Blick für die besonderen Probleme Boliviens und förderte die Bereitschaft zur Solidarität mit den Armen. 1976 ging Pfarrer Vössing nach Bolivien zurück. In seinen Briefen und Berichten informierte er über sein neues Pfarrgebiet „Sopachuy“. Es entstand 1986 die „Aktion 33“. Zur damaligen Zeit ahnte niemand, dass aus dieser kleinen Gruppe, die sich für die Menschen in Bolivien stark machte, einmal eine Hilfsorganisation wird, der sich Bewohner weit über die Grenzen Püttlingens hinaus verbunden fühlen.

2016: In Bolivien hat sich, insbesondere seit dem Regierungswechsel, einiges zum Positiven verändert. Etliche Hütten auf dem Campo bekamen eine Blechbedachung statt Stroh, es wurden Wasserleitungen verlegt, Elektroleitungen installiert, einige Straßen gebaut und insbesondere Schulen errichtet. Luxusgut ist aber ein Arbeitsplatz, und das Leben der Landbevölkerung ist ein anderes, als das der Stadtbewohner. Nach wie vor fristen viele ihr Dasein in bitterster Armut.

Während der Bolivienaufenthalte besuchen wir Familien, deren Kinder in den von der „Aktion 33“ unterhaltenen Internaten von Sopachuy leben. Die Eltern können meist weder lesen noch schreiben und sprechen nur die alte Indiosprache Quechua. Die Familienmitglieder besitzen in der Regel kaum Kleidungsstücke zum wechseln, kein Bett zum schlafen. In den winzigen Lehmhäuschen gibt es weder Tisch noch Stuhl. Gegessen wird, was die kleinen Äcker hergeben, das sind Kartoffel und Mais. Echte medizinische Versorgung ist nur für denjenigen vorhanden, der sie auch bezahlen kann.

Kehrt man von solchen Besuchen zurück, kann man nur weinen. Ohne die Internate und finanzielle Unterstützung durch die „Aktion 33“ wäre nach wie vor vielen Kindern der Campesinos kein Schulbesuch möglich, geschweige denn ein Hochschulstudium. Alle Kinder und Jugendlichen in den 4 Internaten sind medizinisch versorgt.

Poconas, das Waisenhaus der Josefsschwestern in Sucre, kennt jeder Bus- und jeder Taxifahrer. Sieht man mit eigenen Augen, was aus todkranken Kindern, Findelkindern und „Mülltonnen-Babys“ werden kann wenn sie umsorgt sind, satt zu essen haben und die richtige Pflege erhalten, vermag man nur zu beteuern, dass dort jede Spende sehr gut angelegt ist.

Dienst am Menschen, kein Kind muss hungern, Bildung, Gleichberechtigung für alle Frauen, Freundschaft und Gerechtigkeit,

das sind die Ziele der „Aktion 33“ auch über das Jahr 2016 hinaus.


 

 

Internate San José und St. Catalina

Kolpingwerkstätten mit Internat

Comedor der Josefschwestern

Bibliothek

Waisen- und Kinderheim Sucre/Poconas

Patenschaften