Bolivien im Herbst 2020

Die Corona-Pandemie hat unser Leben in den letzten Monaten stark beeinflusst und verändert. Auch in Bolivien sehen sich die Projektpartner angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen täglich neuen Herausforderungen gegenüber. Die im März begonnene Quarantäne beraubte viele Menschen ihrer Lebensgrundlagen, da sie ihrer Arbeit – oft als Tagelöhner – nicht mehr nachgehen können und somit kein Einkommen haben. Da es in Bolivien keine soziale Absicherung – wie bei uns – gibt, war und ist die Ernährung der eigenen Familie täglich aufs Neue zur Herausforderung geworden. Die derzeitige politisch instabile Lage verschärft die Situation noch mehr. Es gibt immer noch keinen Schulbetrieb, so dass für die Kinder auch die Schulspeisung weggefallen ist. Aufgrund der immensen Arbeitslosigkeit herrscht in den Familien, die sowieso arm sind, jetzt auch Hunger. Die Mangelernährung von Kindern nimmt stark zu. Dass Menschen in Bolivien Hunger leiden müssen, konnten sich die Verantwortlichen der „Aktion 33“ nicht vorstellen, denn in den letzten Jahren gab es etliche Verbesserungen im sozialen Bereich.
Seit Sommer hilft die „Aktion 33“ vor Ort den Ärmsten durch Verteilung von Lebensmittelpaketen (Mehl, Zucker, Nudeln, Reis, Öl, einem Stück Seife, das auch zum Waschen der Kleidung verwendet wird). Dr. Mamani Paco war in all diesen Monaten nicht in Sucre, sondern in Sopachuy und hat dafür gesorgt, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird.

Diejenigen, die krank sind, keine Versicherung haben und Medikamente nicht bezahlen können, erhalten medizinische Hilfe. Zu den Menschen außerhalb von Sopachuy zu gelangen, ist nicht immer einfach. 24 kleine Ortschaften gehören zur Gemeinde Sopachuy. Während der Regenzeit ist es oft gefährlich, diese Dörfchen zu erreichen. Manche Wege sind nicht befahrbar und müssen zu Fuß zurückgelegt werden.

Kinder auf dem Land bekommen Stifte und Hefte, damit sie – soweit möglich – lernen können und die Studenten an der Universität in Sucre weiter eine Beihilfe, damit sie wegen des recht teuren Fernunterrichts (es müssen die technischen Möglichkeiten gegeben sein) das Studium nicht abbrechen müssen.

Inzwischen ist wenigstens für die Ärzte auf dem Land Schutzkleidung vorhanden. Selbst genähte Masken werden verteilt und die Campesinos darüber aufgeklärt, wie sie sich vor einer Infektion schützen können. Hier spielen allerdings Aberglaube und fehlende Bildung eine Rolle. Etliche begreifen nicht, wie ernst die gegenwärtige Situation ist.

Große Dankbarkeit herrscht aber bei den Menschen, dass sie Hilfe in der Not durch die „Aktion 33“ erfahren!

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